„Zu wissen, dass so viele Leute am anderen Ende der Welt deinen Song kennen, ist einfach unbeschreiblich!“

Bei Instagram  heisst Julia Kautz „KAUTZAGRAM“ und hat über 17.000 Follower. Man sieht sie mit Stars in München, im Studio in Los Angeles und erfahren, dass sie gerade einer Boyband in Japan zu einem Nummer Eins Hit verholfen hat. Da Songwriter in Deutschland so oder so zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und wir ziemlich neugierig sind, wie die ehemalige Bravo Reporterin es geschafft hat, sich in der Musikbranche zu etablieren, haben wir ihr unsere Jobstories Fragen gestellt.

Julia Kautz ©Sascha Wernicke klein

 

Name: Julia Kautz

Wohnort: München

Dein Job in einem Satz: Sängerin, Songwriterin, Journalistin, Moderatorin – aber vor allem mache ich alles, was mit Kreativität zu tun hat :)

 

Warum gehst du Montags gerne zur Arbeit?

Ich bin sehr happy, dass ich keinen 9 to 5 Job habe, insofern spielt es bei mir eigentlich keine Rolle, welcher Wochentag ist. Ich arbeite auch an Wochenenden. Aber das Gute ist, dass ich jeden Morgen, wenn ich aufwache, total Bock auf den Tag habe, weil ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe. Es gibt zwar bei mir keinen klassischen Feierabend, aber ich liebe meinen Job so sehr, dass mir das nichts ausmacht. . . .;)

Welche Tätigkeiten würdest du gerne deiner/m Praktikantin/en überlassen?

Meine Steuer. Nervige Reminder Emails an Produzenten schreiben, weil ein Demo nicht rechtzeitig fertig wurde. Interviews abtippen. Aufräumen.

Eigentlich wollte ich .. Kinderbuchautorin .. werden.

Interview Clueso(Interview mit Clueso)

Zeit zum Angeben: Was kannst du richtig gut?

Querdenken. Immer neue Lösungswege für verzwickte Situationen finden. Sinn im größten Chaos entdecken. Leute überzeugen – von was auch immer. Schreiben. Schlafen – immer und überall.

Mut zur Wahrheit: Wie viele Absagen lagen schon in deinem Briefkasten und welche hat dich am schlimmsten getroffen?

Absagen gehören in diesem Business leider dazu. Je schneller man sich daran gewöhnt, desto besser. Zum Glück habe ich dadurch gelernt, immer wieder aufzustehen. Ich habe zum Beispiel mal bei einer Songwriting Session in L.A. einen Song für Justin Bieber geschrieben. Leider waren wir aber ein bisschen zu spät dran und der Song hat es nicht mehr auf das Album geschafft. Am Ende ist er dann aber bei einer koreanischen Boyband gelandet, die damit eine Nummer Eins in Japan gelandet hat. Insofern habe ich meinen Frieden damit gemacht. Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere dafür auf. . .

Deine Schulzeit:

a)  Klassenclown

b) Frauen/Männerschwarm

c) Klassensprecher

d) Ich hab bei einer „3“ geweint

Ich würde sagen, ich war ein Mittelding aus a, b und c. Ich habe es immer schon geliebt, die Menschen um mich herum mit verrückten Aktionen zum Lachen zu bringen. Ich bin immer bereitwillig bei jedem Blödsinn dabei und stifte ihn auch gerne an. Ich war außerdem ein paar Mal Klassensprecherin, weil es mir Spaß gemacht hat, mich für das Wohl der Klasse einzusetzen und für die Gemeinschaft zu kämpfen. Und was wäre die Schulzeit ohne das Thema Jungs gewesen??? „Willst du mit mir gehen – Ja, Nein, Vielleicht?“ – ich war großer Fan dieser Zettelchen und wünschte manchmal, man könnte sie im Erwachsenenalter auch wieder einführen. Das würde vieles vereinfachen. . . 😉

Ausbildung oder Studium – was rätst du Berufseinsteigern?

Dahingehend bin ich wahrscheinlich ein schlechtes Vorbild: Ich habe mein Studium der Germanistik & Theater-, Film- und Medienwissenschaften abgebrochen, weil ich mit 21 angefangen habe, als Musik-Reporterin für ein großes Magazin zu arbeiten. Ich bin dafür um die Welt gereist bin, um Popstars zu interviewen. Dadurch hatte ich keine Zeit mehr für die Uni. Für mich war es in diesem Moment definitiv die richtige Entscheidung, das Studium sausen zu lassen und mich kopfüber in die Berufswelt zu stürzen. Generell sind Ausbildung und Studium aber natürlich schon wichtig. Ich bin allerdings Verfechterin des Lebensmottos: Geh deinen eigenen Weg und scheiß auf Regeln! Was auch immer sich für dich und dein Leben im Moment gut anfühlt, ist auch richtig.

Was war der bisher wichtigste Moment in Deiner Karriere?

Dass ich als Songwriterin vor kurzem eine Nummer Eins in Japan gelandet habe. Das war ein wunderschönes Gefühl! Zu wissen, dass so viele Leute am anderen Ende der Welt deinen Song kennen, ist einfach unbeschreiblich! Und vor wenigen Tagen habe ich nach diversen Bandaktivitäten und musikalischen Projekten „Sag Mir Wo“, meine erste offizielle Single als Solokünstlerin veröffentlicht. Die Geburt dieses Babys war natürlich auch ein sehr emotionaler Moment für mich. Als nächstes ist mein Soloalbum dran, an dem ich zurzeit noch feile.

Welches Detail hast du heimlich aus deinem Lebenslauf gestrichen?

Ich habe mal während der Schulzeit einen Ferienjob in einer Sprengstofffabrik angenommen. Wegen diverser Gefahrenzulagen war er sehr gut bezahlt. Das fand ich natürlich ziemlich verlockend. Ich saß dann allerdings von früh bis spät am Fließband und hatte das ständige Risiko, dabei in die Luft zu fliegen. Nach drei Tagen habe ich gekündigt. . . 😉

Auf wessen Karriere bist Du insgeheim ein bisschen neidisch?

Sia – ich liebe diese Frau! Wie sie es geschafft, nicht nur für sich, sondern auch für andere Mega-Stars wie z.B. Rihanna fantastische Songs zu schreiben, ist einfach unglaublich! Wenn ich groß bin, will ich mal sein wie sie. 😉

-Wenn ich nicht arbeite …

Ehrlich gesagt arbeite ich im Moment ständig. Aber wenn ich nicht gerade im Studio hocke und an neuen Songs feile, oder für diverse Moderations- und Interviewjobs vor der Kamera stehe, bastle ich mit großer Leidenschaft an Youtube Videos. Ich habe vor kurzem meinen eigenen Julia Kautz Youtube- Kanal gestartet – und das Filmen und Schneiden von Videos, die mich in meinem verrückten Alltag begleiten, macht mir total viel Spaß!

Vielen Dank Julia!!

 

Autor: Luca Vasta

Photo: Sascha Wernicke

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Ein Kommentar

  • Antwort Susanne Moser 9. August 2015 um 12:29

    Spannendes, supercooles Interview!! Bemerkenswerte Künstlerin!! MEGA!!!!!

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